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Rentabilität und Risiko · Drawdown Aktualisiert am 12 Oktober 2026

Drawdown: Kapitaleinbrüche einer Bankroll messen

Zwei Bilanzen können auf denselben Betrag enden. Die eine ist ruhig dorthin gekommen, die andere hat unterwegs fast die Hälfte verloren. Das Endergebnis verrät dir davon nichts.

Sehen, was du steuern kannst Wo du ankommst, sagt nichts über die Strecke.
Das Wichtigste in 15 Sekunden

Der Drawdown misst, wie weit deine Bankroll seit ihrem letzten Höchststand gefallen ist. Start bei 1 000 €, Höchststand bei 1 200 €, danach Tiefpunkt bei 900 €: Das sind 300 € absoluter Drawdown und 25 % relativer Drawdown. Gerechnet wird ab dem Höchststand, nicht ab dem Startkapital. Zwei Strategien mit gleichem Endergebnis können sehr unterschiedliche Drawdowns hinter sich haben, und das Endergebnis zeigt das nie.

Kurz gesagt

Der Drawdown misst, wie weit deine Bankroll von ihrem letzten Höchststand bis zum nächsten Tiefpunkt fällt. Der Begriff kommt aus der Finanzwelt. Er beantwortet eine Frage, die dein Endergebnis nie stellt. Wie tief musstest du runter, um dort anzukommen?

Zum Merken

Gleiches Endergebnis heißt nicht gleicher Weg. Zwei Strategien können bei derselben Zahl landen und völlig verschiedene Drawdowns hinter sich haben.

Höchststand, Tiefpunkt und was dazwischen liegt

Der Höchststand ist der höchste Wert, den deine Bankroll bis zu einem Zeitpunkt erreicht hat. Der Tiefpunkt ist der niedrigste Wert danach, bevor ein neuer Höchststand kommt. Der Drawdown ist der Abstand zwischen den beiden.

In der Finanzwelt beschreibt er, wie stark ein Portfolio zwischendurch abrutscht. Bei einer Wett-Bankroll ist es dasselbe. Wie viel Kapital ist zwischen deinem besten Moment und dem schlechtesten danach verschwunden? Ob es zurückkommt, steht auf einem anderen Blatt.

Ein Beispiel zum Durchrechnen

Du startest mit 1 000 €, kletterst auf 1 200 € (der Höchststand) und fällst dann auf 900 € (der Tiefpunkt), bevor es wieder hochgeht.

BeispielrechnungAbsoluter und relativer Drawdown, gerechnet ab dem Höchststand
Schritt Betrag
Startkapital1 000 €
Höchststand1 200 €
Tiefpunkt danach900 €
Absoluter Drawdown (Höchststand − Tiefpunkt)300 €
Relativer Drawdown ((Höchststand − Tiefpunkt) ÷ Höchststand)25 %

Der relative Drawdown bezieht sich auf den Höchststand. 300 € von 1 200 € sind 25 %. Wer durch das Startkapital teilt, kommt auf 30 %, und das ist der Fehler, den man bei diesem Thema am häufigsten sieht. Schau dir auch die 900 € an. Sie liegen unter den 1 000 € vom Start. Für den Drawdown ist das egal, er existiert so oder so.

Absolut, relativ, Maximum Drawdown

Drei Zahlen, drei Blickwinkel. Der absolute Drawdown ist ein Betrag. Er zeigt dir, was der Einbruch für dein konkretes Budget bedeutet. Der relative Drawdown setzt den Rückgang ins Verhältnis zum Höchststand. Damit kannst du Bankrolls unterschiedlicher Größe vergleichen. Der Maximum Drawdown ist der größte Einbruch im ganzen betrachteten Zeitraum, also der Moment, in dem das Kapital am stärksten unter Druck stand.

Eine Bilanz hat oft mehrere Drawdowns hintereinander. Nur der tiefste davon ist der Maximum Drawdown.

Wie lange es dauert und wann du wieder oben bist

Zwei gleich große Drawdowns wiegen je nach Dauer ganz unterschiedlich. 25 % Minus in einer Woche ist etwas anderes als 25 % Minus über sechs Monate. Die Endzahl ist gleich. Die Geduld, die du dafür brauchst, nicht. Ich halte die Dauer für den Teil, den man am leichtesten übersieht, weil sie in keiner Prozentzahl steckt.

Die Erholungsphase ist eine eigene Information. Gemeint ist die Zeit, bis der alte Höchststand wieder erreicht ist. Ein tiefer Drawdown, der schnell aufgeholt wird, wirkt anders als ein mittlerer, der sich ewig zieht. Beide prägen den weiteren Verlauf auf ihre Art.

Zwei Kurven, ein Ziel

Deshalb bekommt der Drawdown eine eigene Seite: Zwei Verläufe können exakt beim selben Ergebnis landen und unterwegs ganz verschiedene Risiken getragen haben.

VergleichGleiches Endergebnis, sehr unterschiedlicher Maximum Drawdown
Kennzahl Verlauf A Verlauf B
Start-Bankroll1 000 €1 000 €
End-Bankroll1 100 €1 100 €
Gleichmäßiger VerlaufJa, ohne nennenswerten RückgangNein
Höchststand vor dem Rückgang1 000 €1 090 €
Tiefster Punkt unterwegs950 €600 €
Maximum Drawdown5 %45 %

Beide enden bei +100 €. Verlauf B hat vorher 45 % seines Kapitals verloren und sich erst dann erholt. Im Endergebnis taucht das nirgends auf.

Die End-Bankroll ist die einzige Zahl, die in einer typischen Bilanz stehen würde. Und genau sie ist bei A und B identisch.

Nicht verwechseln

Ein Drawdown ist ein Rückgang ab einem Höchststand, und er kann sich wieder erholen.Ein endgültiger Verlust ist Kapital, das nie zurückkommt. Das ist ein anderer Begriff.Die Varianz ist die Streuung der Ergebnisse, aus der die gemessenen Rückgänge überhaupt erst entstehen.

Ein Drawdown sagt nichts voraus und ist auch keine Panne. Er ist eine Messgröße, kein Urteil.

Warum der ROI allein das nicht zeigt

Der finale ROI einer Bilanz verrät nichts über den Weg dorthin. Die beiden Verläufe oben haben exakt denselben finalen ROI. Wer sie durchlebt hat, hat trotzdem zwei völlig verschiedene Dinge erlebt.

Woher die Einbrüche kommen

Ein Drawdown ist das, was die Varianz mit eingesetztem Kapital macht. Ergebnisse schwanken, auch wenn die Entscheidungen gut sind. Wer das versteht, sieht auch, warum Rückgänge dieser Größe bei einer Folge unsicherer Entscheidungen normal sind.

Warum Ergebnisse schwanken, selbst bei guten Entscheidungen →

Was du mit dieser Zahl anfangen kannst

Einen Drawdown kannst du ablesen, ganz verhindern kannst du ihn nicht. Was sich steuern lässt, um ihn kleiner zu halten, gehört zum Risikomanagement und zur Organisation deines Kapitals. Ausschließen lässt er sich nie.

Was du steuern kannst und was nicht →

Wie die Bankroll dein finanzielles Risiko ordnet →

Verantwortungsvolles Spielen: Ein Drawdown kann einen großen Teil deines Kapitals fressen, und ein Einsatz kann komplett verloren gehen. Sportwetten bergen ein finanzielles Verlustrisiko. Setz dir ein Budget, versuch nicht, Verluste zurückzuholen, und nutze die verfügbaren Limit- und Selbstsperrfunktionen. Du willst darüber reden? Die Telefonberatung zur Glücksspielsucht erreichst du kostenlos und anonym unter 0800 1 37 27 00. Mehr zum verantwortungsvollen Spielen.

In der Praxis anwenden

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Häufige Fragen

Was ist ein Drawdown bei Sportwetten?

Der Rückgang deiner Bankroll von ihrem höchsten Stand (dem Höchststand) bis zum nächsten Tiefpunkt. Du gibst ihn als Betrag an oder als Prozentsatz des Höchststands. Das Startkapital spielt dabei keine Rolle.

Wie berechnet man einen Drawdown?

Absoluter Drawdown = Höchststand − Tiefpunkt. Relativer Drawdown = (Höchststand − Tiefpunkt) ÷ Höchststand. Steigt eine Bankroll von 1 000 € auf 1 200 € und fällt dann auf 900 €, liegt der absolute Drawdown bei 300 € und der relative bei 25 %.

Warum rechnet man ab dem Höchststand und nicht ab dem Startkapital?

Weil der Drawdown misst, was du gegenüber deinem besten Stand verloren hast. Steigt deine Bankroll auf 1 200 € und fällt zurück auf 1 000 €, hast du einen Drawdown, auch wenn das Startkapital noch da ist. Bezugspunkt sind die 1 200 €.

Heißt ein positiver ROI, dass der Drawdown klein war?

Nein. Zwei Bilanzen können beim selben Ergebnis landen. Die eine verläuft gleichmäßig, die andere bricht erst kräftig ein und erholt sich dann. Am finalen ROI siehst du diesen Unterschied nie.

Ist eine Methode mit großem Drawdown automatisch schlecht?

Nicht zwingend. Ein Drawdown kann ganz normal aus der Varianz kommen, die jede Folge unsicherer Entscheidungen mit sich bringt. Er zeigt, wie viel Risiko du durchlaufen hast. Ein Methodenfehler ist damit noch nicht bewiesen.

Quellen & Methodik

Methodische Transparenz

Die Mathematik hinter dieser Seite ist dieselbe wie bei der optimalen Einsatzhöhe. Kellys Formalisierung und Thorps Arbeiten zu vorteilhaften Spielen beschreiben schon, wie tief das Kapital bei jedem varianzreichen Ansatz fallen kann. Dazu kommen die Methodik von OddScore zur Quotenanalyse sowie die deutsche Aufsichtsbehörde und eine Anlaufstelle für Hilfe beim Spielen.

  1. Den Drawdown ab dem letzten Höchststand rechnen, nie ab dem Startkapital.
  2. Den absoluten Drawdown (ein Betrag) vom relativen Drawdown (ein Prozentsatz des Höchststands) trennen.
  3. Einen großen Drawdown als durchlaufenes Risiko lesen, nicht automatisch als Beweis für eine schlechte Methode.
  4. Wege, den Drawdown zu begrenzen, auf der Seite zum Risikomanagement behandeln statt hier.

Der Weg zählt genauso wie das Ziel.

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